Chemiefasern

Die Thematik der Chemiefasern ist sehr komplex. Wir versuchen Ihnen hier einen kurzen und einfachen Überblick bzw. Einblick in die komplizierte Welt der Chemiefasern zu geben. Alle Fasern welche auf dem chemischen Weg erschaffen werden nennt man Chemiefasern, wobei die meisten davon Polymere (kurz und einfach erklärt aus vielen gleichen Teilen) sind. Oft sehr viel bekannter als die chemische Zusammensetzung der Fasern sind die zahllosen existierenden Marken- bzw. Handelsnamen. Das Gegenteil von Chemiefasern sind Naturfasern. Die erste große Einteilung der Chemiefasern wird aufgrund des Ausgangsstoffes, welcher aus natürlichen Polymeren oder synthetischen Polymeren sein kann, getroffen.

Herstellung der Chemiefasern

Sehr vereinfacht dargestellt wird für die Herstellung der Chemiefasern eine zuvor gewonnene zähe Flüssigkeit, die Spinnlösung, durch Spinndüsen (sehr feine Düsen) gepresst. Mehrere feine und sehr dünne Fäden welche aus einer Düse kommen, werden zu einem Faden zusammengefasst. Danach werden die Fäden entweder als Filamentgarn, auch Endlosgarn genannt, verarbeitet und auf eine Spule gewickelt oder zu Spinnfasern ähnlich der Baumwolle, welche dann noch versponnen werden muss.

Aus natürlichen Polymeren erzeugte Fasern

Zu den aus natürlichen Polymeren erzeugten Fasern gehören Cellulosefasern, Gummifasern, Pflanzeneiweißfasern und Tiereiweisfasern. Näher betrachtet werden hier nur die Cellulosefasern. Die anderen aus natürlichen Polymeren hergestellten Fasern wurden nur vollständigkeitshalber erwähnt.

Cellulosefasern

Das Ausgangsmaterial für die Cellulosefaser ist hauptsächlich Holz. Verarbeitet werden Hölzer wie Buche, Fichte, Tanne, Pinien, Eukalyptus und vermehrt Bambus. Das Holz wird zerkleinert und mit Chemikalien versetzt um die Cellulose herauszulösen. Am bedeutendsten ist die Viskose. Anbei eine kleine Auflistung von Cellulosefasern:

  • Viskose
  • Modal
  • Acetat
  • Triacetat
  • Lyocell
  • Monohydrat
  • Cupro
  • Cellulon

Aus synthetischen Polymeren erzeugte Fasern

Als Rohstoffe für synthetische Fasern dienen Erdöl, Erdgas und Kohle. Durch Zusammenschluss (Synthese) diverser Rohstoffe mittels komplizierter chemischer Verfahren werden synthetische Fasern produziert. Sie werden erkennen, dass Hersteller oftmals für den Sitzsack Bezug einfach Handelsnamen wie z.B. Nylon oder den Rohstoffnamen wie z.B. Polyester angeben. Dies ist oft verwirrend und ein Vergleich der Materialen erst nach einer genaueren Betrachtung möglich. Die Einteilung soll Ihnen einen kurzen Überblick geben und versteht sich nicht als vollständig. Auch hier werden wir nur für Sitzsäcke relevante Stoffe genauer beschreiben. Aus synthetischen Polymeren erzeugte Fasern können wie nachfolgend eingeteilt werden:

Polykondensationsfasern

  • Polyamide (PA) – Handelsnamen: Antron, Dederon, Enkalon, Grilon, Nylon, Perlon
  • Polyester (PES) – Handelsnamen: Dacron, Diolen, Tergal, Trevira
  • Polyimid
  • Polyamidimid
  • Polyphenylensulfid
  • Aramid – Handelsnamen: Kevlar, Nomex, Twaron

Polymerisationsfasern

  • Polyacrylnitril – Handelsnamen: Dolan, Dralon, Dunova, Orlon
  • Polytetrafluorethylen
  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyvinylchlorid – Handelsnamen: Clevyl, Rhovyl

Polyadditionsfasern

  • Polyurethane (EL) – Handelsnamen: Dolasthan, Elasthan, Lycra